WER SCHMETTERLINGE LACHEN HÖRT, DER WEISS WIE WOLKEN SCHMECKEN

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MAN HAT MIR ALKOHOL INS BIER GEATN

wie die überschrift schon vermuten lässt, benötige ich dringend eine gute entschuldigung für letzten samstag und diesen satz finde ich in dieser situation ziemlich treffend

in meinem letzten eintrag habe ich ja schon begonnen, von dieser ereignisreichen nacht zu berichten, darum hier nochmal die kurzfassung des bisher erzählten:

nachdem ich wieder einmal den fehler begangen hatte, einer übrigens wirklich fotogenen internetbekanntschaft zu verraten, wo ich an diesem abend meine bestandenen klausuren begießen würde, stellte ich erstaunt bis erschrocken fest, dass der betreffende herr wirklich fotogen war. fotogen. sonst nichts. die häßliche, kleine realität des gutaussehenden bildes sezte sich auch sofort neben mich, als er mich entdeckte, und begrüßte mich mit einer merkwürdig unmännlichen stimme. es stellte sich ebenfalls herraus, dass er (außer vielleicht abgesehen von seiner stimme) nicht halb so lustig war wie seine emails, die übirgens zudem den vorteil hatten, dass uns ca. 20km trennten, wenn ich sie laß. die vorzüge dieses sicherheitsabstands lernte ich an diesem abend zu schätzen, denn die wenigen zentimeter, die uns auf dieser bierbank noch trennen, schrumpften minütlich, sodass ich befürchten musste, den kleinen bald auf meinem schoß zu haben. diese unfreiwillige nähe gab mir außerdem auch die gelegenheit, zu bemerken, dass er einen eigenwilligen geruch verströmte, der übrigens erstaunlich gut zu seiner stimme passte.

während ich mal wieder überrascht über die erstaunliche diskrepanz zwischen internet und wirklichkeit grübelte, machte ich noch eine andere interessante entdeckung. bisher war ich immer der ansicht, dass ich keinen bestimmten typ mann hatte. bisher, denn mein typ mann, DER typ mann, die absolute perfektion saß mir an diesem abend gegenüber, lachend, rauchend, tätowiert und unbeschreiblich cool. (obwohl "cool" nicht das trifft, was ich damit ausdrücken will. aber vermutlich gibt es einfach kein passennderes wort...)

da der regen an diesem abend (wie gewöhnlich auch) ziemlich nass war, beschlossen wir, hinein zu gehen, was mich vermutlich im letzten moment davor rettete, wirklich bald jemanden auf meinem schoß sitzen zu haben. als ausgleich entschied er sich aber offenbar, mich fortan zu umkreisen wie die erde die sonne.

auf dem weg in die halle bemerkte ich, wie der boden unter mir verdächtig schwankte. anscheinend gab es gerade wieder eines dieser schlimmen erdbeben, die mit erstaunlicher regelmäßigkeit jeden samstag abend auftraten.

der alkohol, den mir sicherlich heimlich jemand ins bier getan hatte, schärfte aber nicht nur meine sinne bezüglich des bebenden bodens, ich konnte sogar, und dies übrigens nicht zum ersten mal, die drehung der erde live sehen und spüren, was mich sehr faszinierte.

draußen traf ich noch ein paar leute, mit denen ich mich unterhielt, bis der regen mir zu nass wurde, bzw. bis mir vermutlch aufgrund meines wenig spannenden gesprächspartners, wieder bewusst wurde, dass regen nass war. mein häßlicher satellit war gerade bier kaufen gegangen, also ergriff ich die chance und betrat den dunklen, lauten, vollen raum, in der hoffnung ihm so zu entkommen.

ich beobachtete kurz ein wenig amüsiert die hüpfenden, tanzenden, headbangenden leute, und plötzlich, mittend in der menge, sah ich ihn, tanzen, tätowiert, bier in der hand, kippe im mund, wie er zu mir her grinste. ich war noch nie so froh darüber, doppelt zu sehen, wie in diesem moment....

ich grinste zurück. und auf einmal war alles klar. wir gingen aufeinander zu und küssten uns, ganz ohne hollywood-romantik, ohne kribbeln, ohne aufregung, ohne diesen unerträglich langen küssen-wir-uns-jetzt-oder-nicht-moment, wir küssten uns einfach, einfach weil es irgendwie genauso sein musste, um die schwankende, laute welt wieder ins gleichgewicht zu bringen, die mir mitsamt ihrer makabren späßchen wie meinem internet-irren, plötzlich ganz egal wurde.

als unser kuss zu ende war, während dem die zeit stehen geblieben und doch schrecklich schnell vergangen war, wurde es gerade hell und im grauen, kalten licht des morgens, der kühlen luft und durch die tatsache, dass ich seit stunden aufgrund der fremden zunge in meinem mund keinen schluck mehr getrunken hatte, wurde ich wieder nüchtern.

die zu-mir-oder-zu-dir-frage und mein dramatisch gesunkener pegel weckten mich aus meinem traum. ich wollte nicht mit zu ihm. er war zwar perfekt aber er war nicht der perfekte abschluß für diesen abend.

wir machten uns gemeinsam auf den heimweg, und während wir so diskutierten, ich ihm erklärte wie müde ich war und dass ich beim sex (und allgemein bei jeder gelegenheit bei der ich mich hinlegen könnte) mit sicherheit auf der stelle einschlafen würde, was garantiert peinlich für uns beide wäre, dass ich gerade gerne ein kamel hätte, dass ich auf keinen fall mitkommen würde usw., standen wir plötzlich in seiner wohnung.

das kondom, das da so demonstrativ auf seinem nachtkästchen lag, irritierte mich komischerweise einen moment lang und ich wunderte mich. dann wurde mir das offensichtliche klar, worüber ich bisher nie nachgedacht hatte, nämlich dass ein dermaßen perfekter, süßer und lustiger kerl sicher an keinem samstag alleine nach hause geht. komisch, dachte ich, dass das kondom mich so überrascht hatte. ich musste lachen, gab ihm einen letzten kuss und ging amüsiert nach hause.

ich wusste, dass er sich nie wieder melden würde, das wir uns vermutlich überhaupt nie wieder sehen würden und es störte mich nicht im geringsten. es kam mir vor, wie ein schöner traum, aus dem man gut gelaunt erwacht und ihn im laufe des tages wieder vergisst.

doch so war es nicht. denn geich am nächsten tag klingelte mein handy. mein traum war dran...

aber das ist eine andere geschichte, seltsam, kompliziert und in kürze hier zu lesen.

31.7.07 01:18
 


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