WER SCHMETTERLINGE LACHEN HÖRT, DER WEISS WIE WOLKEN SCHMECKEN

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DIE PHOBIE

 

menschen, die unter einer verbophobie leiden (angst vor wörtern), werden angesichts dieses eintrags sicher schreiend weglaufen, und die nomatophobiker unter euch, die leute, die sich vor namen fürchten, sollte ich wohl vorsichtshalber auch schon einmal warnen, da ich die hier vorkommenden personen ja schlecht einfach durchnummerieren kann (der verständlichkeit halber und aus rücksicht auf numerophobie-betroffenen).

nachdem ich glücklicherweise offensichtlich einen verhältnismäßig gesunden geisteszustand habe und weder unter angst vor alkohol (methyphobie) noch vor männern (androphobie) leide, kam es an diesem samstag vor 2 wochen, wie es kommen musste, wie ich auch schon in meinem letzen eintrag erwähnt habe. nach mehreren erfolglosen versuchen des genies gelang es ihm schließlich doch, mich zu küssen, was unerwarteterweise zu einem ziemlich ausgeprägten schwirren von millionen von schmetterlingen in meinem bauch führte ... schmetterlinge im bauch... seltsam, ich hatte doch zu mittag gar keine raupen verspeist...

jedenfalls ist dieser junge mann nun der grund für meinen heutigen blog-eintrag, da er offenbar an einer mir bis dahin unekannten und für den außenstehenden ziemlich amüsanten phobie leidet, aber dazu später mehr.

wie man unschwer erkennen kann, habe ich mich heute über die zahlreichen und teilweise urkomischen ängste informiert, und da ich nicht unter easiophobie, der angst, zu schreiben, leide, werde euch nun auch an meinem wissen teil haben lassen, falls ihr euch nicht vor diesem wissen fürchtet (epistemophobie).

ich war selbst überrascht über die unglaublich amüsante vielfalt an phobien, angefangen bei wirklich lächerlichen wie der angst, dass die erdnussbutter am gaumen kleben bleibt (arachibutyrophobie) oder der schrecklichen befürchtung, mit einer feder gekitzelt zu werden, der pternophobie. nicht weniger merkwürdig - die anglophobie, die angst vor england und/oder seiner kultur.

meine güte, dann frisst man halt keine erdnussbutter und verbringt seinen sommerurlaub möglicherweise doch lieber auf malle als in großbritannien. und mal ehrlich? wie oft kommt es vor, dass man mit einer feder gekitzelt wird???

anderen phobien kann man da schon wesentlich schwerer aus dem weg gehen, zum beispeil schränkt die angst bzw. der ekel vor knöpfen (koumpounophobie) die outfit-wahl schon erheblich ein und macht die shopping-tour zur qual.

kyphophobie -die angst sich zu bücken- ist zumindest in einer gefängnis-gemeinschaftsdusche nachvollziehbar, die patroiophobie erschließt sich mir aber allerdings nicht, denn die befürchtunng einmal ordentlich was zu erben, ist eine meiner geringsten sorgen.

ebenfalls zu diesem thema noch zu erwähnen ist das lange wort "sesquipedalophobie", das die angst vor langen wörtern beschreibt. ein äußerst unpassender begriff, den sich vermutlich einmal ein ziemlich sarkastischer psychiater ausgedacht hat.

und bevor ich mich wieder dem eigentlichen thema, dem genie und seiner phobie, widme, hier der vollständigkeit und spaßes-halber noch ein paar weitere ängste, bei denen man nur noch kopfschüttelnd denken kann "oh gott was is in diesen hirnen bloß schiefgelaufen..." und "wie gut, dass ich so normal bin"...

  • Achimophobie – Angst vor Punkten (hahaha ich schmeiß mich weg....)
  • Alliumphobie – Angst vor Knoblauch (ungünstig wenn man sich gleichzeitig vor vampiren fürchtet)
  • Aulophobie – Angst vor Flöten (aha?!?)
  • Barophobie – Angst vor der Schwerkraft (mist, der phobie kann man wirklich nicht aus dem weg gehen)
  • Bibliophobie – Angst vor Büchern (oh ja, am grusligsten ist mein chemie-buch...)
  • Caligynephobie - Angst vor schönen frauen (hach, ich bin schon wirklich furchteinflößend
  • Chionophobie – Angst vor Schnee (ungünstig im winter...)
  • Chrematophobie – Angst vor Geld (äääh, naja, meld dich und ich nehme dir diese last gerne ab
  • Dendrophobie – Angst vor Bäumen (sie sind überall....)
  • Dikephobie – Angst vor Gerechtigkeit (igitt, gerechtigkeit ist ja auch etwas schreckliches...)
  • Domatophobie – Angst vor Häusern (das schränkt die wohnungssuche erheblich ein)
  • Eleutherophobie – Angst vor Freiheit (fast genauso schäuslich wie gerechtigkeit)
  • Geniophobie – Angst vor einem Kinn (okaaaay...)
  • Geliophobie – Angst vor Lachen (wenn ich darunter leiden würde, hätte ich das hier nicht schreiben können..)
  • Glucodermaphobie – Angst vor der Haut die sich beim abkühlen auf dem Kakao bildet (das kenn ich auch vom pudding)
  • Kathisophobie – Angst, sich hinzusetzen (wär mir persönlich zu unbequem) 
  • Hellenologophobie – Angst vor griechischen (Fach)ausdrücken (dann dürfte ich wohl nicht studieren, was ich studiere)
  • Kinetophobie – Angst sich zu bewegen (nennt man das nicht faulheit?) 
  • Methrophobie – Angst vor oder Haß auf Poesie (verständlich, wenn man einige dieser grausamen ergüsse in manchen blogs ließt)
  • Ombrophobie – Angst vor Regen (auswandern??)
  • Oneirogmophobie – Angst vor feuchten Träumen (haha, dem kann man wohl auch schlecht aus dem weg gehen)
  • Papaphobie - Angst vor dem Papst (ja der Papst ist beinah so schlimm wie hitler...)
  • Philemaphobie – Angst vor Küssen (ja, was da alles passieren kann...) 
  • Plutophobie – Angst vor Reichtum (siehe chrematophobie)
  • Pogonophobie – Angst vor Bärten (ach, solang mir keiner wächst..) 
  • Proteinphobie – Angst vor proteinreicher Nahrung (da muss man auch erstmal drauf kommen)
  • Stasibasiphobie – Angst, zu stehen und zu laufen (in verbindung mit kathisophobie bleibt da nicht merh viel übrig)
  • Telephonophobie – Angst vor Telefonen (was mich betrifft: definitiv nein!) 
  • Urophobie – Angst zu urinieren (das macht das leben auch nicht einfacher) 
  • Vistiophobie – Angst vor Kleidung (es lebe fkk)

    drei weitere klassiker, die hier auf jeden fall noch erwähnt werden müssen, sind die phobophobie, die angst vor der angst, die hedonophobie, die angst, freude zu empfinden (es gibt kein widerlicheres gefühl als freude...) und das beste: panophobie - die angst vor allem.

    aber nun genug über die psychischen wehwehchen anderer amüsiert, darum nun zurück zum auch nicht unamüsanten thema. nachdem ich und das genie an diesem samstag rumgeknutscht haben (wir leiden offenbar beide nich an philemaphobie), blieben wir weiter in kontakt und ich würde sogar sagen, wir haben uns verliebt. vor dem verlieben kann man übrigens auch angst haben, das nennt sich dann philophobie.

    wie das unter verliebten ohne philemaphobie nunmal so ist, haben wir uns seitdem auch ein paar mal getroffen und -wie sollte es anders sein- ausgiebigst geknutscht, was nebenbei bemerkt auch wunderschön war. allerdings ist mir ziemlich bald aufgefallen, dass er nicht mal irgendetwas versuchte, das über küssen hinaus ging, was zwar ungewohnt aber auch irgendwie süß ist. anfangs dachte ich, er wäre vielleicht einfach nur schüchtern, möglicherweise auch etwas unerfahren, aber mittlerweile bin ich eines besseren belerht worden. wenn ich meine hand nur auf sein bein legte, ohne überhaupt nur ansatzweise in die nähe gefährlicher zonen zu kommen (ich leide ebenfalls nicht an phallophobie, der angst vor männlichen geschlechtsorganen), nahm er sie sofort weg. er selbst legte auch höchstens seinen arm um meine schultern oder streichelte mir das gesicht. das auffälligste an ihm aber war die tatsache, dass er mit allen mittlen, sei es mit einem kissen auf seinem schoß, einer merkwürdigen haltung oder der flucht richtung klo, versuchte, seine erektion vor mir zu verbergen, was meine aufmerksamkeit natürlich erst wirklich auf diese region lenkte.

    ich fand es schon witzig, wie er sich anstellte, ließ die sache aber natürlich unkommentiert, da ich merkte, wie peinlich es ihm war. bisher dachte ich auch, es wäre ihm einfach nur peinlich, warum auch immer, aber durch einen dummen zufall las ich letzens seinen namen im zusammenhang mit einer phobie, die die angst davor beschreibt, dass jemand seine erektion durch eine beule in der hose erkennen könnte. in diesem moment fiel es mir wie schuppen von den augen und lieferte mir eine plausible wenn auch schwer nachvollziehbare erklärung für sein seltsames verhalten.

    wie dem auch sei, nun ist mein forscherdrang geweckt und ich kann es kaum mehr erwarten, bis er in einigen tagen endlich aus dem urlaub wieder kommt, auch wenn ich bis jetzt noch nicht weiß, wie ich mich überhaupt verhalten will. ich denke das klügste wird es sein, ihn mal bei gelegenheit vorsichtig auf das thema anzusprechen, denn da wir beide frisch verliebt sind und zumindest ich nun auch sex als logische konsequenz dieser beginnnenden beziehung ansehe, sollte das geklärt werden. ich hoffe er hat keine angst davor, was sich dann übrigens pareunophobie bzw. coitophobie nennen würde.

    natürlich werde ich meine treue leserschaft auch über dieses thema auf dem laufenden halten

 

12.8.07 20:00
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


T.Y.N. / Website (12.8.07 20:15)
*lol* Ich bin grad zufällig auf dein Blog gestoßen und habe in diesen Eintrag "reingelesen". x] Ich musste ihn dann auch zuende lesen, weil ich deinen Schreibstil unglaublich lustig fand. ^^'

Gut, dass ich nicht unter Geliophobie leide...
Lg

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