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KAPITEL3: DER INTELLEKTUELLE IM MATRIX-MANTEL

Als ich die autotür öffnete, war ich, freundlich ausgedrückt, überrascht. der mann, der mich dort vom fahrersitz aus anlächelte, hatte wenig ähnlichkeit mit dem jenigen, den meine erinnerung offenbar fälschlicherweise mit dem namen "südfrucht" verbunden hatte. wo bitte war der gutaussehende kerl mit der lederjacke und dem niedlichen iro, den ich erwartet hatte? stattdessen saß dort hinterm lenkrad des silbernen opels ein kleiner mann mit brille und kahlrasiertem kopf, bedeckt von einer schwarzen mütze, der mich freundlich begrüßte. bei unserem kurzen telefongespräch, dass wegen meines unvermögens, korrekte wegbeschreibungen per sms zu verschicken, kurz zuvor noch nötig gewesen war, war ich angenehm überrascht gewesen über seine symphatische stimme, doch nun sprach er plötzlich wie das klischee eines studenten oder intellektuellen. schwer zu beschreiben, sicher ist nur, dass das ihn nicht wesentlich attraktiver machte. war ich etwa soeben ins falsche auto eingestiegen, verwechselte ich den süßen typen in der lederjacke bloß mit diesem exemplar, hatte meine erinnerung mir einen streich gespielt?
doch bei genauerer betrachtung und versuchen, mir den herren ohne brille, aber dafür mit anderer haarpracht vorzustellen, waren doch gewisse ähnlichkeiten zu erkennen. auch stellte ich bald fest, dass seine art zu reden (und auch zu lachen) je nach thema und stimmung wechselte, und manchmal, meistens wenn er über sein studium sprach, wurde sie eben intellektuell und war kaum wieder zu erkennen. so etwas hatte ich bisher auch noch nicht erlebt.

während der autofahrt unterhielten wir uns eigentlich nur über belanglose dinge wie den vielen schnee in diesem winter, oder woher wir beide den grinsch kannten, auf deren geburtstag wir uns kennen gelernt hatten. dabei fiel mir auf, dass er offenbar immer nervöser wurde und kaum mehr still sitzen konnte, bis er mir irgendwann mit hoch rotem kopf eröffnete, wie dringend er gerade pissen musste. wir hielten darauf hin noch kurz bei einer bank wo er, nach einigen entschuldigungen und erklärungen wie peinlich ihm das ganze war, den schnee gelb färbte und anschließend noch geld abhob.
als er aus dem auto stieg, sah ich ihn zum ersten mal in voller pracht, was die sache nicht besser machte. erstens war er klein, möglicherweise sogar kleiner als ich, aber genau konnte ich es noch nicht beurteilen, da wir nie nebeneinander gestanden hatten und zweitens wurde sein outfit, die brille und die mütze, komplettiert durch einen langen schwarzen ledermantel, wie man ihn aus dem film matrix kennt. lederjacken ja, matrixmäntel nein, auch nicht wenn sie aus leder waren, das gefiel mir überhaupt nicht...

aber da ich eigentlich nicht oberflächlich bin und ohnehin hauptsächlich ein bierchen trinken und ein bißchen billard spielen wollte, und nicht gerade meinem zukünftigen ehemann vorgestellt worden war, konnte mir das egal sein. als ich sah, dass er sein eigenes billard-stöckchen (wie nennt man das?) in einem köfferchen dabei hatte, kamen mir hinsichtlich der mir offenbar bevorstehenden niederlage zweifel, ob ich als grottenschlechter spieler überhaupt spaß daran haben würde. diese frage erübrigte sich schnell, denn während er sich beim spielen hin und wieder über den tisch beugen musste, ertappte ich mich zu meiner eigenen überraschung dabei, wie ich sein gesäß musterte und feststellte, dass er so ohne die störenden dinge wie brille oder mantel tatsächlich gar nicht so übel aussah. außerdem rollten die kugeln erstaunlicherweise auch noch genau so wie ich es wollte und ich hätte ihn, abgesehen von der tatsache, dass die schwarze kugel als einzige anscheinend nicht meinem willen unterlag, beinahe 3 mal vernichtend geschlagen, was der südfrucht wohl mindestens genauso peinlich war, wie sein dringendes bedürfnis auf der hinfahrt, da er sich mit seinem stöckchen samt köfferchen nun vorkam wie ein poser, wie er treffend bemerkte. 

den rest des abends verbrachten wir nicht mehr an einem billard- sondern an einem normalen tisch und unterhielten uns, besser gesagt redete er, und zwar fast nur über sein studium. alle versuche meinerseits, auch etwas zu sagen oder gar das thema zu wechseln, scheiterten an seinem nicht enden wollenden redefluss und ehrlich gesagt begann ich mich zu langweilen. sicher, sein studium war interessant, aber nicht stundenlang. als wir gingen und er mich nach hause fuhr, machten wir sogar noch einen abstecher zu jenem neuen gebäude der lmu, in dem er den hauptteil seiner zeit verbrachte. gut, es war kein fürchterlicher umweg, aber angesichts der temperaturen, die in meiner jacke, die mehr schön als warm war, schlecht zu ertragen waren, dem meterhohen schnee, und der tatsache dass es so spannend nun uch wieder nicht war, einen neubau der uni von außen im dunkeln zu betrachten, hätte ich mir durchaus amüsantere möglichkeiten vorstellen können, den abend ausklingen zu lassen. höchstens eine wärmende umarmung hätte mich in diesem moment entschädigen können....

 

endlich vor meinem haus angekommen, unterhielten wir uns noch lange (über was wohl), stellten fest, dass es im großen und ganzen ein netter abend gewesen war und verabschiedeten uns. und dabei hätte ich es am besten belassen sollen....

...fortsetzung folgt...

24.6.06 00:40
 


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